HIGH END Vienna 2026 – Ein mehr als gelungenes Debüt Begleite mich auf meinem Rundgang durch die Messe

Nach über zwei Jahrzehnten in München begann für die weltweit wichtigste HiFi-Messe 2026 ein neues Kapitel. Mit dem Umzug ins Austria Center Vienna wagte die HIGH END den Schritt in die Musikmetropole Wien – und dieser Schritt erwies sich als voller Erfolg. Mehr als 500 Aussteller, über 1.000 Marken und Besucher aus mehr als 100 Ländern machten bereits die erste Ausgabe in Wien zu einem eindrucksvollen Statement für die Zukunft der internationalen Audiobranche.

 

Ich war für StereoMike empfiehlt vor Ort und nehme euch mit auf meinen persönlichen Rundgang durch eine Messe, die nicht nur mit spektakulären Neuheiten, sondern vor allem mit ihrer entspannten Atmosphäre und exzellenten Organisation überzeugte.

 

 

Wenige Minuten vor der offiziellen Eröffnung: Tausende Besucher warten voller Vorfreude auf den Einlass. Ich durfte bereits vor dem offiziellen Start exklusiv einen Blick in die Empfangshalle werfen – ein besonderer Moment, kurz bevor die HIGH END Vienna 2026 ihre Türen öffnete.

Die kanadische Sängerin Dominique Fils-Aimé war in diesem Jahr die sympathische Markenbotschafterin der HIGH END Vienna 2026. Um den Besuchern die Wartezeit vor dem Einlass zu verkürzen, sorgte eine riesige LED-Wall mit interaktivem Fotospot für Unterhaltung. Am dritten Messetag hatte ich schließlich die Gelegenheit, die außergewöhnliche Musikerin persönlich kennenzulernen – ein ebenso sympathisches wie unvergessliches Erlebnis.

Ein neuer Standort mit viel Potenzial

Schon beim Betreten des Austria Center Vienna wurde deutlich: Die Veranstalter haben ihre Hausaufgaben gemacht. Breite Gänge, helle Ausstellungsflächen und eine durchdachte Raumaufteilung sorgten dafür, dass sich die Besucher auch bei großem Andrang angenehm bewegen konnten.

Mit rund 30.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche bot die HIGH END Vienna beeindruckend viel Raum. Am ersten Messetag brauchte es daher zunächst etwas Zeit, um sich zu orientieren und einen Überblick über die verschiedenen Hallen und Hörräume zu verschaffen. Doch schon nach kurzer Eingewöhnung begann die eigentliche Entdeckungsreise – vorbei an spektakulären Anlagen, spannenden Neuheiten und unzähligen audiophilen Highlights.

 

Mehr als nur Produkte

Was mir besonders gefallen hat, waren die vielen Gespräche mit Entwicklern, Firmeninhabern und Vertriebspartnern.

Kaum eine andere Messe bietet die Möglichkeit, direkt mit den Menschen hinter den Produkten zu sprechen.

Man spürt sofort die Leidenschaft, mit der hier entwickelt wird.

Viele Hersteller nahmen sich Zeit für Fragen, erklärten technische Konzepte oder erzählten spannende Geschichten aus der Entwicklung ihrer Geräte.

Gerade diese persönlichen Begegnungen machen den besonderen Reiz der HIGH END aus.

 


eversolo


Gleich zu Beginn meines Messerundgangs besuchte ich den noch relativ jungen Hersteller Eversolo, der mit einem regelrechten Feuerwerk an Neuheiten für Aufsehen sorgte. Das Unternehmen, bekannt für seine Streaming-Produkte und D/A-Wandler, erweitert sein Portfolio nun deutlich.

In naher Zukunft sind mehrere spannende Erweiterungen geplant: eine Master Clock, ein hochwertiger Netzwerk-Switch, Netzfilter, neue Endverstärker sowie eine aufgewertete Referenz-Serie. Damit zeigt Eversolo klar, dass der Weg vom Spezialisten für Digital-Audio hin zu einem umfassenden HiFi-Systemanbieter konsequent weitergeht.

 


musical fidelity


Auch bei Musical Fidelity gab es eine ganze Reihe beeindruckender Neuheiten zu entdecken. Im Mittelpunkt standen überarbeitete neue Verstärker, die in puncto Klang und Technik weiterentwickelt wurden. Zusätzlich präsentierte der Hersteller einen neuen Plattenspieler, der das analoge Portfolio sinnvoll ergänzt.

Ein besonderes Highlight war jedoch die Rückkehr einer echten Ikone: die Neuauflage des legendären CD-Players mit dem Spitznamen „der Frosch“. Seine Wiedergeburt sorgte bei vielen Besuchern für Aufmerksamkeit und weckte sofort nostalgische Erinnerungen an frühere HiFi-Zeiten.

 


pro-ject audio


Der Plattenspieler-Spezialist Pro-Ject Audio glänzte auch dieses Jahr wieder mit zahlreichen Neuvorstellungen. Im Mittelpunkt der sehr gelungenen Präsentation mit beeindruckender, großflächiger LED-Wall stand die Limited Edition des Harley-Davidson Plattenspielers, die sofort viele Blicke auf sich zog.

Ganz im Sinne der typischen Pro-Ject-Philosophie zeigte das Unternehmen zudem erneut starke Einstiegslaufwerke, die einen unkomplizierten Zugang zur analogen Musikwiedergabe ermöglichen. Ergänzt wurde das Sortiment durch umfangreiches Zubehör rund um das Thema Vinyl: darunter eine günstige LP-Reinigungsmaschine sowie ein sogenanntes LP-Bügeleisen, mit dem sich sogar verwellte Schallplatten wieder in Form bringen lassen.

 


platin verdier


Für eine große Überraschung sorgte die Wiedergeburt des legendären Plattenspielers der französischen Manufaktur Platine Verdier. Gleich drei verschiedene Laufwerke wurden präsentiert, was bei den Besuchern enormes Interesse auslöste. Die ikonische Konstruktion, die in der HiFi-Welt seit Jahrzehnten Kultstatus genießt, feierte damit ein eindrucksvolles Comeback und wurde von vielen Messegästen mit großer Neugier und Begeisterung aufgenommen.


Plattenspieler highlights


Zu meiner großen Freude kam auch dieses Jahr das Thema Plattenspieler nicht zu kurz. Kaum eine Vorführung, in der nicht mindestens ein Plattenspieler im Einsatz war. Auf der HIGH END Vienna 2026 habe ich wieder zahlreiche spannende Modelle entdeckt.

Von Audio-Technica, E.A.T. und Thorens bis hin zu vielen weiteren Herstellern – darunter sowohl bekannte Namen als auch interessante Newcomer – war alles vertreten. Die Bandbreite reichte dabei vom attraktiven Einstiegssegment bis hin zu technisch hochentwickelten High-End-Laufwerken.

Hier eine kleine Auswahl meiner persönlichen Entdeckungen.

 

Auch für Liebhaber audiophiler Tonträger bot die Messe wieder zahlreiche Highlights. Die Besucher hatten die Möglichkeit, viele neue Schätze direkt vor Ort zu entdecken und zu erwerben. Besonders präsent waren dabei Stände von Sieveking Sound und InAkustik, die mit einer starken Auswahl an hochwertigen Veröffentlichungen überzeugten.

Ein Aussteller hatte sich sogar ausschließlich auf japanische Pressungen spezialisiert – ein echtes Paradies für Sammler. Mein Kollege hatte große Mühe, mich dort wieder wegzubekommen, so groß war die Faszination für die seltenen und klanglich oft herausragenden Editionen.

 

Bei InAkustik wurde ich schließlich selbst fündig und habe zwei LPs von Dominique Fils-Aimé erworben. Direkt im Anschluss hatte ich die Gelegenheit, die Alben bei einer Autogrammstunde signieren zu lassen.

Für mich war das eines der persönlichen Messe-Highlights – und zugleich eine besonders schöne, bleibende Erinnerung an die HIGH END Vienna 2026.

 

Die Degritter ist für mich aktuell die beste LP-Reinigungsmaschine am Markt. Sie steht ganz oben auf meiner persönlichen Wunschliste.


weitere Messe Highlights meines rundgangs


Soulution aus der Schweiz ist für mich jedes Jahr ein fester Bestandteil der Messe. Besonders schätze ich die klare, reduzierte Designsprache, die sich konsequent durch alle Komponenten zieht. Diese optische und technische Klarheit verleiht den Geräten eine besondere Eleganz und unterstreicht den hohen Anspruch der Marke an Präzision und Klangqualität.

EMM Labs hat mich heuer besonders überzeugt. Vor allem die Vorführung im Raum des Server-Spezialisten Innuos gehörte für mich zu den klanglichen Highlights der Messe.

Die Kombination aus digitaler Präzision und musikalischer Natürlichkeit hat hier eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in moderner High-End-Streaming-Technik steckt. Die Präsentation wirkte dabei sehr stimmig und klanglich außergewöhnlich geschlossen – ein Auftritt, der nachhaltig in Erinnerung bleibt.

 

Die Lautsprecher von Marten Audio aus Schweden haben mich in mehreren Vorführungen besonders überzeugt. Für mich waren sie eine echte persönliche Neuentdeckung der Messe.

Unabhängig vom jeweiligen Raumkonzept zeigten sie eine beeindruckende musikalische Geschlossenheit, feine Auflösung und gleichzeitig eine sehr natürliche Klangbalance. Genau diese Konstanz über unterschiedliche Vorführungen hinweg hat sie für mich zu einem der spannendsten Lautsprecherauftritte der HIGH END Vienna 2026 gemacht.

 

Die chinesischen Aussteller konnten es auch dieses Jahr nicht lassen und präsentierten nach eigener Aussage die wohl teuerste HiFi-Anlage der Welt – mit einem Preis von rund 7,5 Millionen Euro.

Für mich blieb dazu eigentlich nur ein gedankliches „kein Kommentar“ zurück – eher so ein inneres Stottern à la „aber… aber… aber…“, wie es Candace aus Phineas & Ferb wohl ausdrücken würde.

 

Die japanischen Aussteller von Audeum präsentierten auch dieses Jahr wieder ihre historischen Lautsprecher aus den 1930er-Jahren. Für mich war es erneut faszinierend zu erleben, mit wie viel Emotion und Hingabe hier überwiegend historische Opernaufnahmen wiedergegeben werden.

Diese Vorführungen haben eine ganz eigene Atmosphäre: reduziert, konzentriert und gleichzeitig unglaublich eindringlich – eine Art musikalische Zeitreise, die sich deutlich vom modernen Messegeschehen abhebt.

 

Der Schweizer Hersteller CH Precision hat mich auch dieses Jahr wieder in seinen Bann gezogen. Die Verstärker gefallen mir persönlich ausgesprochen gut – sowohl in ihrer technischen Ausführung als auch in ihrer klaren, hochwertigen Anmutung.

Besonders spannend war zudem die Kombination mit den japanischen optischen Tonabnehmern von DS Audio, die in Verbindung mit den Phonovorverstärkern von CH hervorragend funktionierten. Bei einer zweiten Vorführung kam zusätzlich der Stereo-Vollverstärker zum Einsatz, was eine rundum gelungene und sehr überzeugende Präsentation ergab.

Gut möglich, dass eines Tages genau ein solcher Verstärker auch bei mir zu Hause seinen Dienst verrichten wird.

 

Eine weitere Neuentdeckung für mich war der deutsche Hersteller Genuin. Besonders der Plattenspieler, der in drei Ausbaustufen erhältlich ist, hat mich sofort fasziniert. Das modulare Konzept wirkt durchdacht und konsequent umgesetzt.

Auch die komplette Anlage mit aktiven Lautsprechern konnte mich klanglich sehr überzeugen. Sie spielte sehr präzise, ausgewogen und gleichzeitig musikalisch stimmig. Ebenso hat mich die klare Formsprache der Geräte angesprochen, die eine angenehme Ruhe und Reduktion ausstrahlt.

Optisch fühlte ich mich dabei ein wenig an das legendäre Braun Atelier Design erinnert – eine Assoziation, die gut zum minimalistischen und funktionalen Ansatz des Herstellers passt.

 

Martin Logan hat ebenfalls mit einer Kette aus EMM Labs und Innuos vorgeführt. Für mich war das durchaus spannend, allerdings hat mir die Präsentation mit den Marten-Lautsprechern persönlich deutlich besser gefallen.

Genau deshalb sind Messen so interessant: Jeder erlebt Klang anders. Während ein Besucher eine Vorführung bevorzugt, kann ein anderer genau das Gegenteil empfinden. Geschmäcker und Höreindrücke sind nun einmal unterschiedlich.

Das gilt nicht nur für HiFi. Auch beim Essen hat jeder seine Vorlieben – der eine mag sein Steak medium rare, der andere lieber durchgebraten. Und selbst eine Symphonie, etwa im Salzburger Festspielhaus mit den Wiener Philharmonikern, kann je nach Dirigent völlig unterschiedlich wirken.

Gerade diese Vielfalt macht das Musikhören so spannend.

 

Absolute Highlights & persönliche Neuentdeckungen


Die absolute Neuentdeckung für mich war das Lautsprechersystem von F&S Musical Systems aus Düsseldorf. Mit Abstand gehörte es für mich zu den besten Vorführungen der gesamten Messe.

Es handelt sich dabei um eine komplette Systemlösung bestehend aus Hauptlautsprechern und passenden Subwoofern, die vollständig aktiv angesteuert wird. Das Ergebnis war eine beeindruckend stimmige, kraftvolle und zugleich sehr präzise Wiedergabe.

Wir freuen uns zudem sehr, dass wir mit F&S Musical Systems demnächst exklusiv zusammenarbeiten werden. Mehr dazu in Kürze.

 

Eigentlich wollte ich ursprünglich Robert Mayr, den Mann hinter den wunderbaren Tonmöbeln von FalkenOhr, besuchen. Seine HiFi-Möbel faszinieren mich seit jeher – jedes einzelne Stück wird individuell nach Kundenwunsch in Österreich gefertigt.

Im Gespräch hat er mir dann jedoch die Lautsprechersysteme von F&S Musical Systems gezeigt. Und genau in dieser Kombination aus den Tonmöbeln von FalkenOhr und den Systemen von F&S entstand für mich etwas Besonderes. Dieses Zusammenspiel hat mich auf der Messe nicht mehr losgelassen.

Danke, Robert, für diese Neuentdeckung.

 


Das Beste zum Schluss – am Ende meines Rundgangs

io design


Zum Abschluss meines Rundgangs bin ich – wie schon in den vergangenen Jahren – bei IO Design aus Turin stehen geblieben. Diese Lautsprecher faszinieren mich jedes Mal aufs Neue, ich finde sie schlichtweg absolut genial.

Das ist nicht einfach nur ein Lautsprecher, sondern eine echte Klangskulptur – ein modernes Kunstwerk fürs Wohnzimmer, das gleichzeitig mit echtem Live-Charakter überzeugt. Das offene Konzept ist das Ergebnis jahrelanger Entwicklung. Hier folgt das Design konsequent der Funktion – nicht umgekehrt.

Diese extravaganten Lautsprecher sprechen mich zu 100% an: optisch, klanglich und technisch. Wir freuen uns zudem sehr über eine exklusive Zusammenarbeit mit IO Design – mehr dazu in Kürze. Bleibt dran, das wird sehr spannend.

 

Die erste HIGH END Vienna war ein voller Erfolg! Über 23.000 Besucher an vier Messetagen sprechen für sich.

Eine großartige Stimmung, viele spannende Begegnungen und jede Menge musikalische Highlights haben die Messe zu einem besonderen Erlebnis gemacht. Es hat sehr viel Spaß gemacht, vor Ort zu sein und diesen Neustart in Wien mitzuerleben.

Ich freue mich darauf, euch demnächst die Highlights der Messe bei uns in Eugendorf präsentieren zu dürfen.

 

Text: Michael-Alexander Schindler
Fotos: Michael-Alexander Schindler, Gottfried Baumann-Leitner

emotion Eugendorf

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